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02/12

Neu-esoterische Strömungen befassen sich mehr und mehr mit Engeln.
Es gibt mehr und mehr Engel-Durchgaben. Anders herum wird mehr und mehr empfohlen, von menschlicher Seite aus die Engel anzurufen.
Zusammen mit der Ausrichtung auf die sog. „Aufgestiegenen Meister“ erinnert das an die katholische Sehnsucht nach einem bunten Heiligenhimmel mit seiner Vielfalt an himmlischen Gesprächspartnern, die für die verschiedensten menschlichen Anliegen zuständig wären.

Daraus spricht oft eine unglaubliche Naivität, die mit einer wirklichen spirituellen Erfahrung wohl wenig zu tun hat. Wenn bestimmte Engel für Harmonie oder Weisheit oder Tatkraft oder Entscheidung zuständig sein sollen, dann bekommen wir natürlich dadurch auch keine Vorstellung darüber, was sie denn den lieben langen Himmelstag überhaupt machen oder wieso nicht auch die anderen Engel über diese Qualitäten verfügen sollen. Hier spiegeln sich lediglich menschliche Zuweisungen und das menschliche Bedürfnis nach einem Muster, das unseren Verstand beschäftigt. Es ist vergleichbar mit der Zuweisung der Kräuter und Edelsteine zu bestimmten Gesundheitsaspekten, welche total verkennt, dass den entscheidenden Ausschlag über diese Gesundheitsaspekte unsere Lebensführung, unser Entgiftungszustand und unsere seelische Ausgeglichenheit geben und dass wir mit diesen Zuweisungen in den seltensten Fällen dem Wesen dieser Kräuter und Edelsteine wirklich näherkommen.

Das haarsträubendste Beispiel, das in meinen Augen die Willkürlichkeit dieser Zuweisungen offenbart, stammt aus dem Katholizismus: Der „heilige“ Andreas, der angeblich als Schutzpatron dem Berufsstand der Gerber dienlich sein soll. Wie kommt man dazu? Dem Apostel Andreas wurde, als er an dem schräggestellten „Andreas-Kreuz“ hing, als zusätzliche Folterung die Haut abgezogen. Ihn daraufhin zum Schutzpatron der Gerber zu machen, stellt in meinen Augen eine unglaubliche Verhöhnung dar, die mit seinen wirklichen Aufgaben in den himmlischen Bereichen nichts zu tun haben kann. Andreas wird kaum über dieses „Amt“ erfreut sein, zumal die ersten Jünger Jesu nach vielen Quellen einer veganen Lebensführung anhingen und jegliche Tierausbeutung ablehnten. Seitdem ich über dieses haarsträubende Beispiel katholischer Denkweise gestolpert bin, sind mir diese ganzen Zuweisungen angeblicher Aufgabenbereiche der Engel mehr als suspekt.

Ich bin überzeugt davon, dass die Engel sich in konkrete Aufgabenbereiche einteilen, aber gleichzeitig bin ich überzeugt davon, dass man sich als Mensch nur insoweit eine Vorstellung darüber machen kann, wie man seine eigene „Engel-Natur“ entfaltet hat.

Viele heutige spirituelle Sucher aber erleben diese Beschreibungen einer bunten Engelwelt als ein spirituelles Erwachen, als ein Lebendigwerden der spirituellen Welten, die uns in der alleinigen Ausrichtung auf einen „Gott“ doch zu abstrakt bleiben. Dennoch bleibt immer die Frage: Warum wenden wir uns nicht direkt an Gott? Gott wird schon seine himmlischen Helfer und Boten entsprechend einsetzen, um unsere Anliegen nach Seinem Willen und zu unserem Besten zu bearbeiten. Die direkte Anrufung von Engeln birgt eine Gefahr: Die widergöttlichen Wesenheiten der astralen Regionen geben sich mit Vorliebe als Engel aus. Oftmals besitzt der Mensch nicht das spirituelle Unterscheidungsvermögen, um zu erkennen, ob es sich um himmlische Durchgaben bzw. Erscheinungen handelt oder um astrale Trug-Projektionen, oder um rechzeitig zu erkennen, ob astrale Wesenheiten ihm Energien entziehen.

Können sich diese astralen Blender nicht ebenso als Gottvater und Jesus Christus ausgeben? Das können sie und tun sie. Nur fliegt dann ihr Betrug schneller auf. Es ist eine logische Gesetzmäßigkeit:

Je höher das abgebildete Wesen in der himmlischen Hierarchie steht,
umso durchschaubarer ist die Maskerade.

Für den irdischen spirituellen Adepten können wir folgenden Schluss ableiten:

Je weiter ein Sucher auf seinem spirituellen Weg fortgeschritten ist,
desto niedriger dürfen die jenseitigen Seelen sein, mit denen er Kontakt aufnimmt.

Ein Anfänger auf dem spirituellen Weg sollte sich einzig an den Schöpfergott wenden, mit dem vollen Vertrauen, dass er durch Gott tiefer in die lebendige Fülle der himmlischen Welten eingeführt wird, die ihm bislang noch abstrakt erscheint. Dieses Vertrauen ist die Grundlage des weiteren Weges. Nach und nach wird er erfassen, dass Christus der Erlöser aller Menschen und Seelen ist. Er ist der geeignete himmlische Ansprechpartner für alle menschlichen Anliegen. Nach meiner subjektiven Meinung sollte sich ein Mensch erst von sich aus an einen Engel wenden, wenn dieser Engel auf Weisung des göttlichen Willens in das Leben eines Menschen getreten ist und sich ihm zu erkennen gegeben hat.
Ein Mensch, der von sich aus den Kontakt mit Verstorbenen sucht, sollte ein sehr weit fortgeschrittener Mystiker sein, der umfassende Einblicke aus eigener Anschauung in die astralen und himmlischen Welten erhalten hat. Sonst ist die Gefahr zu groß, dass er durch finstere Seelen irregeleitet wird oder dass schwache Seelen ihm bei der Kontaktaufnahme Energie entziehen. Die Gefahr ist auch zu groß, dass wir Verstorbene von ihrem weiteren geistigen Weg abhalten und an die irdischen Regionen binden. So erfüllen weder diese ihre Aufgabe in den geistigen Bereichen noch wir die unsere in den irdischen.

Wie ist das nun mit den Durchgaben sogenannter „Aufgestiegener Meister“ wie Seth, Hilarion, El Morya, Kuthumi und Saint Germain?

- Echt oder astrale Wesenheiten?

Hier pauschal zu verurteilen, halte ich für ignorant. Wer grundsätzlich für möglich hält, dass der Mensch den Zyklus seiner Reinkarnationen einmal beendet und in die himmlischen Regionen aufsteigt und dass jenseitige Wesen durch irdische Medien zu uns sprechen können,  der kann auch die Möglichkeit einer Echtheit dieser Durchgaben nicht grundsätzlich ausschließen. Ich würde aber als ein für die geistigen Wirklichkeiten noch „blinder“ spiritueller Adept niemals eine dieser Wesenheiten anrufen und in mein Leben ziehen. Einzig Jesus Christus ist als „Aufgestiegener Meister“ der von Gott eingesetzte Ansprechpartner für unsere Gebete.

Für manche ist der geistige Name „Lord Sananda“ ein Indiz für eine Fälschung durch die astralen Wesenheiten. Hier ist aber zu fragen, ob die Lateinisierung seines aramäischen Erdennamens und seines Ehrentitels wirklich seinem himmlischen Schwingungsnamen entsprechen kann. Auch als „Lord Sananda“ bleibt „Jesus Christus“ daneben als eine gültige Möglichkeit bestehen, den Erlöser anzurufen.

Die Echtheit oder Fälschung der Durchgaben der „Aufgestiegenen Meister“ und der Engel wie Kryon, Metatron, Raphael usw. lässt sich nicht beweisen. Wie sollen wir als spirituelle Menschen damit umgehen, die noch nicht die Gabe haben, in die geistigen Welten hineinzuschauen?
Warum arbeiten wir hier nicht mit dem von Jesus gegebenen Kriterium:
An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen ?
In diesem Fall zielt die Frage nach den Früchten darauf, was denn diese Durchgaben in unserer Psyche und in unserem Leben bewirken. Hier haben wir einen deutlichen Indikator, durch den wir auf Tendenzen hingewiesen werden können.
Ich glaube, wir können diese Durchgaben in unseren spirituellen Weg mit einbeziehen, wenn wir uns in Wachsamkeit folgende Fragen beantworten:

-          Wecken diese Durchgaben in uns ein elitäres Bewusstsein, das uns von unseren Mitmenschen trennt? Dann sind sie von finsteren Kräften beeinflusst.
Führen uns diese Durchgaben in eine tiefere gemeinschaftliche Erfahrung? Verhelfen diese Durchgaben zu mehr Toleranz und Hilfsbereitschaft gegenüber allen Menschen? Dann sind sie von himmlischen Kräften gegeben.

-          Entfremden uns diese Durchgaben unseren alltäglichen Aufgaben, indem sie einen mühelosen Aufstieg durch Meditation und Gebet und Ernährungsumstellung versprechen? Dann sind sie von finsteren Kräften beeinflusst.
Helfen uns diese Durchgaben, unseren Alltag effizienter und freudvoller zu bewältigen? Führen uns diese Durchgaben zu mehr Leistung und konstruktiver Kreativität in unserer Arbeit? Dann sind sie von himmlischen Kräften gegeben.

-          Fühlen wir uns von diesen Durchgaben angehoben in einer Weise, die uns süchtig macht, die dazu führt, dass wir uns leer und lustlos fühlen, wenn wir eine Weile von diesen Durchgaben getrennt sind? Dann sind sie von finsteren Kräften beeinflusst.
Fühlen wir uns von diesen Botschaften angehoben in einer Weise, dass wir uns auch in den Aufgaben unseres Alltags kraftvoller fühlen und dass wir auch in der stillen Meditation und im freien Gebet zu einer rascheren und tieferen Einkehr finden? Dann sind sie von himmlischen Kräften gegeben.

Wer sich auf seinem Weg von Vorurteilen und dogmatischen Einschätzungen befreien will, um anstatt dessen der Erfahrung der Wirklichkeit näher zu kommen, der muss den Mut haben, auf seine eigenen Gefühle und auf seine innere Stimme zu hören und eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen.

 
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