Gesunde Lebensweise

Homepage von Sebastian Stranz

Rezensionen

 

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Wie wäre es, wenn ein Verstorbener aus dem Jenseits berichtet? Wie wäre es, wenn er berichtet, wie er im Jenseits seine Familie wiedersieht? Wie wäre es, wenn er seine letzten Stunden und Minuten als Soldat auf dem Schlachtfeld beschreibt? Wie wäre es, wenn er zudem beschreibt, wie sich die Vorgänge auf einem Schlachtfeld aus der Sicht der geistigen Welt darstellen? 
Genau darum geht es in diesem Buch! 

Für mich ist das unsagbar spannend, einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Für mich ist es nur schwer nachzuvollziehen, wie das die meisten Menschen kalt lässt. Okay, die meisten Menschen zweifeln – sie können es nicht glauben, dass es ein Jenseits gibt. Ich zweifle auch bei solchen Berichten, ob sie authentisch sind. Aber was ich nicht glauben kann: Dass es KEIN Jenseits gibt! Denn nur durch ein Jenseits wird das Diesseits für mich erklärlich. 
All diese Fragen… 
-          Wo kommen wir her? 
-          Wo gehen wir hin? 
-          Warum gibt es diese Ungerechtigkeiten von Geburt an? 
-          Warum ist ein Buddha und ein Jesus in der Weltgeschichte aufgetreten? 
-          Warum gibt es überhaupt eine Schöpfung? 
…all diese Fragen kann ich mühelos einordnen und in ein harmonisches Gesamtbild bringen – wenn ich Reinkarnation und Seelenwanderung miteinbeziehe, wenn ich den Himmel und die Hölle und auch die geistigen Zwischenreiche miteinbeziehe, wenn ich den Sinn in einem Läuterungsweg der Seele entdecke. Was ich gut verstehen kann, ist der Zweifel – genau darum geht es auch in diesem Buch – was ich nur so schwer nachvollziehen kann: Dass die Menschen gar nicht forschen! Dass sie nicht begierig alles aufnehmen, was zur Beantwortung dieser Fragen beitragen kann! 
Der Ich-Erzähler dieses spannenden Berichtes ist selber ein Zweifler, bei den spiritistischen Seancen seines Vaters, denen er beiwohnt, bezweifelt er alles – ob der geistige Lehrer, der sich meldet, nicht in Wirklichkeit eine lumpige unwissende Seele ist, die sie alle in die Irre führt – ja, er bezweifelt sogar, dass es jenseitige Seelen überhaupt gibt, die sich melden könnten. Der Ich-Erzähler Theo bezweifelt alles, obwohl er bei diesen Seancen zuletzt selber als Medium fungiert. 
Der Reichtum dieses Buches ist unglaublich – viele Themen werden beleuchtet. 
So verblüfft z.B. der Vater auf dem Sterbebett den Arzt und alle Umstehenden, indem er das Datum seines Todes viel genauer einordnen kann als der Arzt. In seinen letzten Tagen macht er lauter scheinbar zusammenhanglose und unsinnige Aussagen – er scheint verwirrt. Er nennt Theo ‚Jack‘, er spricht von einer Angelika und sieht die Engel, die ihn abholen kommen. Aus der jenseitigen Sicht ergibt schließlich alles einen Sinn, Angelika ist die Zwillingsseele des Vaters und ‚Jack‘ ist der Name Theos in einer anderen Inkarnation, in der er leidenschaftlich danach forschte, wie seelische Krankheiten zu heilen sind und den Wunsch entwickelte, selber einen seelischen Schock zu erleben, um aus der Erfahrung heraus die Tiefen der Seele zu ergründen. Dieses Schock-Erlebnis wurde Theo/Jack zuteil, als er als Frontsoldat an der Grebbe-Linie starb. 
In der geistigen Schau wird dargestellt, wie wesentlich wichtig es für den weiteren Seelenweg ist, dass der sterbende Soldat zuvor keinen Schuss abgegeben hat, dass er nicht zum Mörder geworden ist! Wie segensreich würde es doch sein, wenn diese Botschaft über den Seelenweg alle Menschen über alle Religionsschranken erreichen würde! 
Aber auch das musste im Vorfeld geschildert werden: Die größten Zweifler an den Botschaften aus dem Jenseits sind eben die „religiösen“ Menschen! Sie verdammen alles als teuflisch und dämonisch, was sie nicht in ihren „heiligen“ Büchern finden können! Seine eigene Frau, die Theos „Tick“ mit den spirituellen Büchern vehement ablehnt, ist eine „fromme“ Kirchgängerin. Im Jenseits schließlich findet sie Jack – inzwischen von seinem ihm vorausgegangenen Vater umfangreich geschult – vor in den niederen Bereichen. Auf der Erde wurde sie bei einem Bombenangriff zerrissen und ins Jenseits befördert. Sie glaubt nicht, dass sie verstorben ist, erst nach langer Zeit ist sie bereit, sich überhaupt auf eine Unterweisung einzulassen. Jack fliegt mit ihr zur Erde, um ihr in geistigen Bildern aufzuzeigen, was geschehen ist. Die fantastischen Planeten und Sterne, die sie dabei passieren, interessieren sie überhaupt nicht, und entlocken ihr keine Frage. Als sie aber in ihrer ehemaligen Wohnung erfährt, dass ihre Möbel verkauft wurden – da trauert sie ihren Möbeln hinterher! Treffender hätte man den Seelenzustand der meisten Menschen auf der Erde nicht beschreiben können! Aus lauter Sorge um ihre irdischen Verhältnisse, haben sie verlernt zu staunen über die Wunder des Universums! 
Es folgen wunderbare Beschreibungen des Weges der Seelen in den jenseitigen Bereichen. Insbesondere wird auf die Zwillingsseele eingegangen – den Seelenpartner, der uns von Urzeiten an bestimmt ist. Ich durfte mir aus diesem Buch die wunderbare Botschaft mitnehmen, dass wir auf dem Weg in die Wunderbarkeiten des geistigen Universums des Seelenpartners bedürfen – denn allein, ohne es mit jemandem teilen zu können, würden wir die Schönheiten und die beglückenden Erkenntnisse gar nicht ertragen! 

Wer jetzt eine Sehnsucht verspürt, ist vielleicht schon von der Wirklichkeit berührt! Lesen wir solche Berichte ruhig als Zweifler – nehmen wir nicht alles kritiklos an, was auf dem großen esoterischen Buchmarkt kursiert. Aber lernen wir es, auf unser Herz zu hören! Ich persönlich bin davon überzeugt, es handelt sich um einen authentischen Bericht, und Jozef Rulof ist das Medium
.

  

Herder Verlag, 2012, 220 Seiten - 18,99 €


Ein wichtiges Buch zum tieferen Verständnis des Islam. Es sollte heute allen Moslems, Christen und Atheisten dringend ans Herz gelegt werden. Es zeichnet das Bild von einem friedliebenden und toleranten Islam, dessen wichtigste Botschaft die Barmherzigkeit ist. Das ist das Attribut, mit dem Gott im Koran am häufigsten in Verbindung gebracht wird. Wie Khorchide belegen und erläutern kann – nicht zufällig. Gott wird im Koran als der „Allerbarmer“ dargestellt, dessen Wunsch an den Menschen ist, sich seiner Barmherzigkeit anzuschließen, zu einem toleranten, vergebenden Gläubigen zu werden, der Gott in allen Menschen dient. Dieser Transformationsprozess ist es, der den Menschen in die Vollkommenheit führt und der die zentrale Intention der koranischen Botschaft ist. 

Durch sein barmherziges Handeln bezeugt der Mensch die Barmherzigkeit Gottes und lässt sie Wirklichkeit werden. Er verkündet durch eine unterschiedslos allen Menschen zugewandte Barmherzigkeit die universale Barmherzigkeit Gottes. Der Mensch ist zum barmherzigen Handeln hier und jetzt aufgefordert; sein Handeln ist eine notwendige Antwort auf die erfahrene Barmherzigkeit Gottes. Eine Verweigerung der Barmherzigkeit gegenüber anderen ist ein Selbstausschluss aus Gottes Barmherzigkeit, ein Nein zu Gottes Barmherzigkeit. Die Liebe des Menschen zu Gott muss sich in der tätigen Barmherzigkeit in der Gesellschaft ausdrücken. Diese Berufung zur zwischenmenschlichen Barmherzigkeit stellt den Kern des islamischen Ethos dar.
 
(Seite 112)   

Khorchide beschreibt in der Einführung seinen eigenen Hintergrund, der ihm geholfen hat, zu dieser Haltung zu finden. Aufgewachsen zunächst im liberalen Libanon, wo er eine tiefe Religiosität erlebte, die mit großer religiöser Toleranz gepaart war. Sein Vater, obwohl aus einem islamischen Elternhaus stammend, ist in eine christliche Schule gegangen, weil die Qualität der Schule und nicht das Gebetbuch für die Auswahl der Schule maßgeblich war. Zu dieser Zeit konnten auch Schiiten und Sunniten miteinander heiraten. Selber erlebte Khorchide noch in seiner Kindheit das friedliche Miteinander der verschiedenen Religionen und islamischen Schulen. Als sein Vater mit der Familie nach Saudi-Arabien ging, erlebte Khorchide das genaue Gegenteil – eine durch religiösen Dogmatismus unterdrückte Gesellschaft. Durch sein Elternhaus geprägt hat er sich aber die liberale Auffassung erhalten. 

Heute wird ihm sein Anspruch von manchen Moslems vorgeworfen, einen modernen Islam zu entwerfen. Viele Moslems denken so, man brauche keine „moderne Religion“, sondern man wolle sich an dem "wahren" zeitlosen Islam halten. Doch hier liegt ein Missverständnis vor, das Khorchide leider mit dem Untertitel selber unterstützt. Ihm geht es gar nicht um die Erschaffung einer modernen Religion, sondern darum, die ursprüngliche Botschaft des Koran herauszuarbeiten. Khorchide befreit diese ursprüngliche Botschaft nicht nur von den modernen Fehlinterpretationen, sondern auch von den restriktiven dogmatischen Auslegungen fanatischer Schriftgelehrter früherer Jahrhunderte, auf die sich im islamischen Milieu leider noch immer berufen wird. 

Die Aussagen, zu denen Khorchide dabei gelangt, sind grandios und beschreiben nicht nur das von Gott gemeinte Verhältnis des Moslems zum Islam, sondern allgemein das Verhältnis des Gläubigen zu Gott und seiner Religion. Nicht nur wegen des tieferen Verständnisses des Islam ist dieses Buch also auch für Nicht-Moslems interessant, sondern auch wegen dieses allgemeingültigen Beschreibens der Eigenschaften Gottes und des Weges des Menschen, das allen großen religiösen Büchern zu eigen ist. Hierbei zeigt er auch mehrfach Parallelen zur Botschaft der Bergpredigt bzw. zum Christentum auf. 

Z.B. stellt er klar, dass das Verhältnis des Gläubigen zu schriftlicher Überlieferung nicht in einem stupiden Buchstabenglauben bestehen darf, der die Vernunft ausschließt. Khorchide fragt, was das denn für ein Gott sein solle, der uns die Vernunft gibt, um uns dann Glaubenssätze und Verhaltensvorschriften zu geben, die jeder Vernunft widersprechen. Man müsse die Botschaften des Korans in ihrem historischen Bezug deuten, um die wahre Intention dahinter herauszuarbeiten – eine Aussage, dieses tiefgründigen Buches, die sich die Bibel-Exegeten ebenso zu Herzen nehmen sollten!

Diese Haltung für ein von der Vernunft geprägtes Schriftenstudium führt jedoch nicht zu einem eindimensionalen Religionsverständnis. Khorchide stellt klar, der Sinn der Religion könne es nicht sein, nur einen ethischen Verhaltenskodex aufzustellen. Das könne die Vernunft auch, die Religion aber müsse etwas bieten, das über die Vernunft hinausgehe, sonst brauche man sie nicht. Dieses „Mehr“ sei die Herzensbeziehung des Menschen zu Gott. Dieser Hinweis richtet sich vor allem an die Religionslehrer, die die Menschen mit dezidierten unsinnigen Verhaltensvorschriften quälen, deren Nichtbeachtung sehr schnell drakonische Höllenstrafen nach sich ziehen würde. Khorchide erkennt in dieser Form der Religionsauslegung kein Weg zur Heilung und Transformation des Menschen, sondern lediglich ein probates Machtinstrument. Mit diesen Aussagen zielt er auf die Sorte religiöser Führer, der er in seiner saudisch-arabisch-islamischen Erziehung begegnet ist, doch sie lassen sich ohne weiteres auf ein konfessionell-kirchlich geprägtes Christentum übertragen. 

Erhellend und allgemeingültig sind auch die Aufklärungen darüber, dass sich eine ewige Hölle mit einem barmherzigen Gott nicht vereinbaren lässt, oder dass es sich nur um ein Missverständnis handeln kann, wenn man sich vom nachtodlichen Paradies materielle Belohnungen verspricht. 

An seine Grenzen gelangt Khorchide offenbar, wo er es versucht, den strafenden Gott mit seiner Auffassung von Gottes Barmherzigkeit zu vereinbaren. Er versucht da etwas mit der unterstellten pädagogischen Absicht Gottes hinzubiegen, die er mit seinen angeblichen „Strafen“ verbinde, aber so richtig zu überzeugen vermag er damit nicht. Dabei lassen sich die Phänomene der Krankheiten, Naturkatastrophen und anderer Schicksalsschläge so einfach erklären, wenn wir das Gesetz von Ursache und Wirkung – auch Karma-Gesetz genannt – mit einbeziehen. Auch erklärt es Khorchide nicht, weshalb denn Gott ein mitteilsamer Gott sein soll, der durch seine Offenbarungen den Menschen die Hand reicht – weshalb er aber damit nach dem Erscheinen Mohammeds in der Weltgeschichte aufgehört haben soll. Die Existenz authentischer Neu-Offenbarungen wäre eigentlich die logische Konsequenz seiner Aussagen (zumal ja der Koran nach seinen Aussagen heute nur noch richtig gedeutet werden kann, wenn man den historischen Kontext betrachtet – also kurz gesagt, veraltet ist). Hier zeigt sich leider, dass der seriöse Anspruch der theologischen Wissenschaft zu Scheuklappen führt, die zwar der Anerkennung innerhalb dieser Zunft dienen, nicht jedoch der unbegrenzten tabulosen Wahrheitsfindung. 

Dennoch und gerade deshalb ist dieses Buch in der heutigen Zeit hochwichtig. Denn die Autorität des Autors bezüglich einer fundierten Auslegung des Korans ist unbestreitbar und mit vernünftigen Argumenten eigentlich nicht anfechtbar. Hierdurch erhalten seine erhellenden Aussagen zur wahren, ursprünglichen Botschaft des Korans die enorme Relevanz. 

Das ist erhellend auch für mich persönlich. Die Aussagen eines Islam-Kritikers haben mich sehr verunsichert, der sagte, die feindselige Haltung der Attentäter und Dschihadisten gegenüber den Nicht-Moslems seien keine Ausrutscher, sondern seien nur die Konsequenzen aus der islamischen Lehre. Daher könne nicht Bildung die Lösung des Problems sein, da ein noch tieferes Eindringen in die islamische Lehre nur zu noch extremeren feindseligen Positionen führen könne. Deshalb seien solche Leute wie Bin Laden und andere Hetzprediger auch oft hochgebildete Akademiker, die oft nicht nur eine Islam-Schule, sondern auch westliche Universitäten besucht haben. Dieses Buch beweist für mich das Gegenteil: Bildung ist doch die Lösung. Denn der Ursprung aller Religionen, zu dem wir durch ein gründliches Quellenstudium gelangen können, ist Einer: der barmherzige Schöpfergott. Da ich der Überzeugung bin, dass ein wahres christliches Religionsverständnis den Islam nicht ausschließt, sondern mit einschließt (weil es über ihn hinausgeht), bekenne ich daher: Im Sinne der Auslegung Khorchides bin auch ich ein Moslem. Ich bin ein Christ, aber gleichzeitig ein Moslem. 

Tausend Dank für dieses Buch, da es mein Verständnis des Islam auf die richtige Basis gestellt hat! 

 


ISBN 9783778773779, Ansata Verlag, 2013, gebunden, 256 Seiten – 19,99 €


Unter den vielen Beschreibungen von Nahtoderlebnissen ist dieses Buch völlig zu Recht zu einem Bestseller geworden. Gerade der Umstand, dass es von einem im wissenschaftlichen Denken geschulten Neurochirurgen geschrieben wurde, macht es zu einem besonderen Werk. Man darf wohl annehmen, dass die geistige Welt dieses Erlebnis unter anderem deshalb gewährt hat, um auch den Skeptikern unter den Erdenmenschen eine Handreichung zu bieten. 


Dr.med. Eben Alexander ist in seinem Berufsleben als Neurochirurg sehr oft mit solchen Nahtoderlebnissen konfrontiert worden und hat sie als „wissenschaftlich denkender Skeptiker“ immer in das Reich der Fantasie verbannt. Er hat diese Erlebnisse stets gedeutet als ein letztes Aufflackern des Gehirns, das sich an das Leben festklammert. Er hatte Bewusstsein stets als ein Produkt der Gehirntätigkeit definiert, somit konnte eine andere Deutung gar nicht möglich sein. In seinem eigenen Nahtoderlebnis konnte er jedoch Bewusstsein als etwas erfahren, das jenseits aller Gehirntätigkeit vorhanden war – bestätigt dadurch, dass sein Gehirn aus wissenschaftlicher Sicht 7 Tage lang nicht nur eingeschränkt gearbeitet hat, sondern gar nicht

Im Nachgang schreibt er gegen Ende des Buches, dass ein Skeptiker eigentlich jemand sein sollte, der alle relevanten Informationen aufnimmt und prüft. Er erkennt jedoch selbstkritisch, dass er zu der Sorte Skeptiker gehört hatte, die tiefergehende wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema von vornherein abblockt, weil sie von vornherein davon ausgeht, dass der eigene Standpunkt – Materie als Ursprung des Bewusstseins – der einzig richtige sein kann (diese vermeintliche „Skepsis“ wäre dann doch wohl treffender als „Ignoranz“ zu bezeichnen – der Rezensent). 

Das Buch beschreibt das Erlebnis aus zwei Blickwinkeln – aus dem des Autors, der vollkommen eintaucht in die wunderbare Wirklichkeit der geistigen Welt, ohne Erinnerung an seine irdische Identität – und aus dem irdischen Blickwinkel, den er sich aus den Schilderungen seiner Mitmenschen zusammensetzen musste, weil er sich seinem eigenen Erleben vollkommen entzog. Der irdische Teil mag vielleicht für manchen Leser zu detailreich geschildert sein, der himmlische Teil dafür zu kurz abgehandelt. Mir ging es nicht so. Für mich war es auch als medizinischen Laien höchst interessant, was diese seltene Form der Meningitis im Gehirn bewirkte und wie Ärzte und Angehörige in höchster Aufbietung aller Kräfte sich bemühten, das Rätsel dieser Krankheit zu lösen und dem Patienten zu helfen. Auch das Lebensumfeld und die Erinnerungen des Arztes verbanden sich für mich mit dem eigentlichen Nahtoderlebnis zu einer Einheit. 

Die Schilderung des Nahtoderlebnisses ist ganz anders als die NaChtoderlebnisse, die in „Das Leben in der unsichtbaren Welt“ geschildert werden (Anthony Borgia, Silberschnur Verlag, 2010). 


Das Buch von Anthony Borgia schildert in vielen detailliert geschilderten Erlebnissen das faszinierende Leben und die faszinierenden Möglichkeiten der Weiterentwicklung in der geistigen Welt. 

Bei Eben Alexander wird deutlich, dass ihm einfach die Worte fehlen, um seine Erlebnisse adäquat zu beschreiben. Aber die wenigen Erlebnisse, Bilder, Andeutungen und Vergleiche, die er schildert, berühren in einer Weise das Herz, dass es verwundet zurückbleibt, als habe ein mit Seligkeit getränkter Pfeil es getroffen. Fortan lechzt es bloß danach, von weiteren solchen Pfeilen durchbohrt zu werden – oder, noch besser, selber in diesem wundervollen Gift zu baden, so wie Eben Alexander es getan hat. Wessen Seele also irgend durch Traumreisen, Leseerlebnisse oder einfach durch eine offene Haltung für diese dürren hilflosen Andeutungen bereit ist, dem werden sie zu einem Schlüssel, der die Tore aufmacht zum eigenen Inneren und sie beflügeln kann für die eigene weitere spirituelle Reise. 

Wunderbar die Zitate anderer Wissenschaftler, die der Autor verwendet, um seine neue Weltsicht zu belegen. Hier möchte ich ein Zitat der Worte Eben Alexanders bringen, das seinen inneren Wandel durch dieses Erlebnis prägnant zusammenfasst: 

Die physische Seite des Universums ist ein Staubkörnchen im Vergleich zu seinem unsichtbaren, spirituellen Teil. Früher hätte es mir meine Auffassung verboten, ein Wort wie spirituell in einem wissenschaftlichen Gespräch zu verwenden. Mittlerweile halte ich es für ein Wort, das wegzulassen wir uns gar nicht leisten können.
 

  


Turm Verlag, Bietigheim-Bissingen, 
6.Auflage 2010, Hardcover, 
324 Seiten, 15,50 €


Ein absolut lesenswertes und außergewöhnliches Buch. Mich berührt es sehr tief, und ich lese es jetzt gerade zum zweiten Mal. Ein umfangreicher Erfahrungsbericht einer Seele aus dem Jenseits. Diese Seele muss aufgrund eines selbstsüchtigen Erdenlebens einen harten Weg der Reinigung beschreiten. Nach meiner Empfindung handelt es sich um einen authentischen Bericht, so unglaublich sich auch viele der Erlebnisse anhören. Die Seele erlebt die finsteren und dämmerigen Bereiche und steigt auch in die tiefsten Höllen hinab, aber dies nur in einer Mission, um anderen zu helfen. Die Bilder und Szenarien, die geschildert werden, ähneln unseren Träumen und unseren Alpträumen. Aber vielleicht ist es anders herum: Die Bilder unserer Träume ähneln den Gegebenheiten in den wirklichen geistigen Welten. 


Folgende Aspekte in dem Buch empfinde ich als besonders anrührend und ebenso lehrreich: 

-          Trost, Motivation und auch Schutz findet der „Wanderer“ in seiner großen Liebe, der er in der letzten Zeit seines Erdenlebens begegnet ist. Durch Medien und später durch ihre wachsende Sensitivität kann der Kontakt aufrechterhalten werden. Obwohl er sich ihrer als nicht würdig empfindet, entscheidet sie sich dafür, ihm die Treue zu halten. Denn er ist für sie ebenso die Liebe des Herzens, wie sie für ihn. Das überaus Schöne daran ist, dass die Reinheit dieser Liebe in dieser Seele das Gute am Leben erhellt und ihn auf seinem Weg zum Licht zu führen vermag. In seiner Erdenzeit kannte diese Seele weder die Zuflucht im Gebet noch den Glauben an Jesus Christus. Aber diese Liebe zwischen Mann und Frau erfüllt genau das, was der Inhalt von Religion ist. Seine geistigen Führer in der jenseitigen Welt unterstützen diese Verbindung und setzen sie gezielt ein, um ihn zu fördern und weiterzuführen. So wird deutlich, dass es eben doch einen Kern der Liebe zwischen Mann und Frau gibt, der über der bloßen Sinnlichkeit steht, und der etwas ganz Edles und Wertvolles ist. Diese reine Form der Liebe zwischen den Geschlechtern steht dem Göttlichen nicht entgegen, sondern führt im Gegenteil zum Göttlichen. 

-          Auch auf den allerniedrigsten Ebenen ist es der Weg der Läuterung, für andere dazusein, die noch schwächer sind als man selbst. Man muss nicht erst eine bestimmte Stufe erreicht haben, ehe man anderen helfend beistehen kann. Sondern anderen helfend beizustehen ist eben der Weg, um höhere Stufen zu erreichen. Natürlich sind die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten auf den niederen Stufen der Entwicklung begrenzt. Doch sobald man sich selbstlos für andere einsetzt, stehen einem die höheren Wesen bei – zunächst  unsichtbar, jedoch immer dann eingreifend, wenn es aus eigener Kraft nicht mehr weitergeht. 

-          Für denjenigen, der noch irgendwelche Zweifel daran gehabt haben sollte: Das Märchen von der Ewigen Verdammnis ist natürlich eine jener Kirchenlügen, mit denen die offizielle Religion uns für dumm verkaufen wollte. 

-          „Glauben und Wissen sind die Zentren von zwei verschieden gearteten Sphären in der geistigen Welt. Der Glaube ist das belebende Prinzip von Religion, wie der Verstand das der Wissenschaft ist. Beide Richtungen, die auf den ersten Blick entgegengesetzt erscheinen, müssen bei der geistigen Entwicklung einer Persönlichkeit verbunden. Denn eine Seele kann nur harmonisch sein, wenn in ihr beide Faktoren im richtigen Verhältnis zueinander stehen.“


Ich habe bereits interessante Jenseitsberichte aus den lichteren Bereichen gelesen. Aber dieser Bericht berührt mich noch stärker, gerade weil er in der Finsternis beginnt und den Weg der Wandlung einer Seele beschreibt. Die Aussicht, welche Höhen der Entwicklung in relativ kurzer Zeit möglich sind, begeistert und motiviert.


 

 

- nur noch antiquarisch erhältlich, das Buch wird nicht mehr nachgedruckt, anscheinend ist der Inhalt zu brisant!!! -


„Die Essener – Kinder des Lichts“ von Stuart Wilson und Joanna Prentis 
Schirner Verlag, Darmstadt, 3. Auflage 2010 (Taschenbuch, 332 Seiten, 11,95 €)


Das Buch ist eine Sensation und beantwortet viele Fragen von Christen, denen der Jesus der Kirchen nicht genügt. 

Viele Historiker, die an dem sozialen und spirituellen Umfeld Jesu interessiert sind, lassen als einzige Quelle ihrer Nachforschungen Schriftfunde zu, die aus dieser Zeit stammen. Diese Arbeitsweise im Namen einer vermeintlichen wissenschaftlichen Seriosität gleicht einem Puzzlespiel, bei dem 90% der Teile fehlen: Das vollständige Bild bleibt eine Frage der Interpretation und somit doch wieder nicht der Wissenschaft, sondern der Weltanschauung. 

„Die Essener“ bietet durch das Instrument der Rückführung einen nach meiner Auffassung authentischen Bericht eines Esseners der damaligen Zeit. Dabei bin ich durchaus ein Skeptiker und gehe nicht mit allen Aussagen des Buches konform. Das Buch stellt es dem Leser frei, die Teile anzunehmen, die man nachvollziehen kann, und die Teile zu verwerfen, die man innerlich ablehnt. 

Dem Instrument der Rückführung stehe ich höchst kritisch gegenüber, weil ich davon ausgehe, dass ein gesunder spiritueller Weg sich auf die Gegenwart konzentriert. Unaufgearbeitetes aus Vorinkarnationen tritt durch die Tagesenergie in unser gegenwärtiges Leben, wenn die Zeit reif dafür ist. Durch das Herumstochern in vergangenen Leben können dramatische Ereignisse wachgerufen werden, die uns eventuell überfordern und verhindern, dass wir in diesem Leben unsere Seelenaufgabe erfüllen. Mit dieser Auffassung stehe ich spirituellen Lehrern, die mit Rückführungen arbeiten, sehr skeptisch gegenüber und wähne sie auf einem Irrweg. 

Aus Interesse an dem Thema der Essener habe ich trotzdem das Buch gelesen und muss sagen, es hat sich mehr als gelohnt! Das Ergebnis ist einfach überzeugend. Es ist ein Buch, das faszinierende Zusammenhänge aufdeckt und dabei immer wieder mit Perlen der Wahrheit und der Weisheit aufwartet, die in wunderbaren poetischen Worten gekleidet sind. Von daher gebührt auch ein Lob der Übersetzerin. 

Richtig erfassen, was bei diesen Rückführungen geschieht, kann ich nicht. Ein Daniel Benezra spricht durch Stuart Wilson aus der Vergangenheit, befragt von Joanna Prentis. Dieser Idee liegt das Konzept der „Seelenanteile“ zugrunde – dass Seelenanteile des himmlischen Gotteskindes unabhängig voneinander auf der Erde inkarnieren und sich irgendwann im Himmel wieder zu einer Person zusammenfügen. Irdische Personen können sich aus Anteilen mehrerer verschiedener himmlischer Gotteskinder zusammenfügen. An diesem Punkt gehe ich nicht mit. Ich vertrete den vielleicht einfältigen, aber für meine begrenzte Auffassungsgabe einzig stimmigen Glauben an die Integrität der Person. Ich glaube schon daran, dass uns als gefallenen Wesen nicht unser volles Potential zur Verfügung steht. Wenn wir zurückkehren in die himmlischen Welten findet von daher schon eine „Reunion“ statt – eine Wiedervereinigung der verschiedenen Persönlichkeitsanteile im Sinne von Energien und Fähigkeiten. Dennoch glaube ich an die Integrität der Person – daran, dass sich eine Inkarnation nicht aus Anteilen verschiedener Persönlichkeiten zusammensetzen kann und dass sich eine Persönlichkeit nicht gleichzeitig auf verschiedene Inkarnationen verteilt. Daniel Benezra kann gemäß den Aussagen des Buches vielleicht tatsächlich eine „anteilige Vorinkarnation“ des Stuart Wilson gewesen sein. Nach meiner Auffassung aber handelt es sich nicht um eine Vorinkarnation, sondern um eine andere Person. Somit hätten wir es nicht mit einem Rückführungs-Buch zu tun, sondern mit einem Channeling-Buch. In dieser Auffassung habe ich das Buch gelesen. Aber wie gesagt, das Ergebnis ist in jedem Fall überzeugend – so sehr, dass ich es jedes spirituellen Irrweges wert halte ;-) 

Auf welchem Wege diese Berichte des Daniel Benezra auch zu uns gelangt sind – ich bin höchst dankbar dafür, weil ich erst durch dieses Buch die Wurzeln unserer eigenen christlichen Kultur und Religion etwas vollständiger erfassen kann. Daniel Benezra ist ein perfekter Zeitzeuge, weil er in seiner Inkarnation sowohl die Blütezeit der Essener-Bewegung als auch in reiferen Jahren das Wirken Jesu persönlich erleben durfte. Die Essener waren nicht einfach eine Abspaltung von den orthodoxen Juden, und Jesus ist nicht zufällig in sie hineingeboren. Sondern die Essener sind initiiert und geleitet durch fortgeschrittene Weise, die das Erbe von Atlantis weitergetragen und dadurch viele der alten nachatlantischen Kulturen ins Leben gerufen haben. Die „Kaloo“ sind das verbindende Glied zwischen den Kulturen der Ägypter, der Griechen, der Perser, der Kelten – und auch der Essener. Die Hauptaufgabe der Essener war es, über Jahrhunderte das Kommen des „großen Lehrers der Rechtschaffenheit“ vorzubereiten. Die Jugend, die Reifung, die Mission, die Erlösertat des Jesus – all das war nicht bloß das Werk eines von Gott inspirierten Einzelnen. All das war eine konzertierte Aktion einer für diesen Zweck ins Leben gerufenen Gemeinschaft. Der Titel des Buches hätte auch lauten können „Projekt Jesus“. 

Faszinierend und Sehnsucht erweckend sind die Einblicke in die Kulturen der Essener und der britischen Kelten, zwischen denen weit mehr Austausch stattgefunden hat, als wir uns heute vorstellen können. Josef von Arimathäa, der hier als Bruder der Maria, der Mutter Jesu, vorgestellt wird, hat als Nachfahre britischer Kelten, als Handelsreisender und – nach der Kreuzigung Jesu – als geistiger Lehrer in Britannien die Verbindung zwischen beiden Gruppierungen gepflegt. Die Abstammungslinie der Maria übrigens, die über die Mutter zu den britischen Kelten führte, erklärt den Einschlag Jesu zu rötlichen Haaren, der Jesus oft zugeschrieben wird. Die Vorstellung von großen und reichhaltigen Bibliotheken und Universitäten, in denen weltliches und spirituelles Wissen sich verbanden, in denen keltische und essenische Adepten sich in viele Jahre dauerndem Studium ein universales Wissen aneignen konnten, vermittelt ein Bild von einer unglaublichen, fortgeschrittenen Kultur, von der wir Heutigen weit entfernt sind. Die Druiden waren keine verhuschten Kräuterzauberer, und die Essener waren nicht bloß eine verträumte Abspaltung von den orthodoxen Juden. 

Die Einflüsse der Essener durch die „Kaloo“ umfassten neben den jüdischen ägyptische, griechische und persische Elemente. Gerade aber die nichtjüdischen Schriften wurden nach der Kreuzigung wegen der Verfolgung durch die orthodoxen Juden als Erstes von Qumran und andern bedeutenden Essener-Bibliotheken fortgeschafft. Diese logische Erklärung zeigt auf, weshalb die Rückführungen, Channelings und Neuoffenbarungen uns ein sehr viel erweitertes Bild vom damaligen Leben vermitteln  können als archäologische Funde. 

Die Verfolgung der essenischen Juden durch die pharisäischen und sadduzäischen Juden zog sich bereits über Jahrhunderte vor der Inkarnation Jesu hin – weshalb sie so viel im Geheimen und mit Tarnungen arbeiten mussten.   

Exkurs des Rezensenten: Dies stellt die Rolle des orthodoxen Judentums in kein günstiges Licht. Es hat nicht nur die Verurteilung Jesu betrieben, weil es zufällig für seine Mission einen blinden Fleck hatte. Sondern es hat das ganze „Projekt Jesus“ über Jahrhunderte sabotiert, wo es nur konnte. Die Essener haben nur überlebt, weil sie ihre Siedlungen in den abgelegensten und kärglichsten Regionen errichtet haben. Nach der Kreuzigung lösten sich die essenischen Gemeinden eilends auf bzw. wurden grausam durch die Soldaten der orthodoxen Hohepriester gestürmt. Die verbreitete Forderung der Toleranz der Christen gegenüber den Juden blendet vollkommen die Frage aus, inwieweit die Juden gegenüber den Christen tolerant sind. Geschichtlich gesehen begann die Geschichte des Christentums mit der Verfolgung DURCH die Juden, und das betraf nicht nur die Kreuzigung Jesu. Das Christentum begann Jahrhunderte vor Jesus mit der Gründung der Essener, die von Anbeginn an durch die orthodoxen Juden verfolgt wurden und daher als Geheimorganisation arbeiten mussten. Nach der Kreuzigung durften die ersten Christen zunächst frei lehren. Dem Unmut der orthodoxen Juden aber, die in den ersten Christen eine unbequeme  „Sekte“ sahen, beugten sich sehr bald die Römer. Um einen jüdischen Aufstand zu verhindern, begannen sie ihr grausames Werk der Christenverfolgung. Hat eine Aufarbeitung dieses Teils der Geschichte in der öffentlichen Diskussion seitdem wirklich stattgefunden? Exkurs-Ende
 

Auch viele der essenischen Hohepriester, die im Gegensatz zu den universal gebildeten „Laien“ wie Daniel Benezra sich auf die Bewahrung der jüdischen Wurzeln konzentrierten, konnten die unorthodoxe und in keine Regeln zu pressende Art Jesu nicht erfassen. Sie waren in der Regel gewaltlos und fern davon, Jesu Wirken einzudämmen. Aber seine schlichte Lehre vom „inneren Gott“ konnten sie vielfach nicht annehmen und hielten an den alten Traditionen mit den Opfer- und Waschritualen, mit den vorgegebenen Ernährungsregeln und Gebeten allzu starr fest. 

Jesus sprach alle Menschen an, nicht nur die Essener. Er begründete eine neue Untergrundbewegung, die wie ein Flächenbrand die Welt eroberte. Aber gleichzeitig beendete seine Mission die Untergrundbewegung der Essener, deren Hauptzweck letztendlich in der Ermöglichung dieser Mission lag. 

Die Schilderung der Kreuzigung als eine Art „energetische Operation“, an der ein innerer Kreis von essenischen Eingeweihten intensiv mitwirkte, fügt sich als irdische Seite in meine Auffassung des Golgatha-Opfers als einen kosmisch-energetischen Umbruch ein. Den Kampf zwischen Licht und Finsternis während der Kreuzigung erlebten viele sensitive Essener, die mit ihren Gebeten das Licht unterstützten, unmittelbar mit. 

In der Grabstätte des Josef von Arimathäa, die in Wahrheit eine Heilstätte war, vollzog sich mit der Unterstützung essenischer Heiler die Auferweckung und Heilung des Gekreuzigten. Der weitere Weg Jesu wird in diesem aus der Perspektive des Daniel Benezra verfassten Bericht offengelassen, da er sich seiner Kenntnis entzog. Höchst spannend jedoch auch die weitere Geschichte des Josef von Arimathäa, der nach Avalon / Britannien ging und dort urchristliche Heilkreise gründete (er kommt an wenigen Stellen auch selbst zu Wort, über einen anderen Channel). Die Schilderung des frühen Christentums in Britannien, das nicht besonderer Bauten bedurfte, legt die Sicht frei auf das innere mystische Christentum, das Jesus in Wahrheit gewollt hatte. 

„Die Essener“ liefert endlich ein vollständiges Bild vom „Projekt Jesus“ für alle, die ahnen, dass Jesus kein Einzeltäter war, und durch das Verständnis der geistigen Strömungen jener Zeit auch den Urimpuls der christlichen Strömung besser erfassen wollen. Für mich bedeutet „Die Essener“ nicht nur ein fehlendes Puzzleteil, sondern eine ganze Handvoll Puzzleteile, die gerade die Lücken im Zentrum des Bildes schließen. – Tausend Dank für dieses Buch! Es ist eine große Schatztruhe und wert, immer wieder gelesen zu werden. Es liefert einen großen Beitrag für die dringend benötigte Erneuerung des Christentums durch die Rückbesinnung auf seine Wurzeln.

 

 

 

 


Kailash Verlag, 2013, gebunden, 260 Seiten, 18,99 €


Ein äußerst aufschlussreiches Buch über Psychologie, Gesellschaft und Spiritualität. Dieter Gurkasch schildert seinen Weg von einem gewaltbereiten Verbrecher zu einem Yogi, der die Welt verbessern möchte und einen gemeinnützigen Verein gegründet hat, um Yoga in die Gefängnisse zu bringen. 

Die Ursachen der enormen Gewaltbereitschaft, die er in seinem autobiographischen Bericht schildert, werden nicht gründlich analysiert. Es bleibt Freiraum für Interpretation. Doch die naheliegende Interpretation ist erschütternd. 

Dieter Gurkasch ist in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen und hat von seinen Eltern durchaus Liebe erfahren. Das Verhältnis zu seiner Mutter schildert er als besonders eng. Noch während der Schulzeit gerät er in falsche Kreise und begeht seinen ersten Einbruch: Er beschafft sich in der Schule die Formulare, um sein Zeugnis zu fälschen, damit seine Schulabwesenheit zuhause nicht auffliegt. Später kann er noch eine Bäckerlehre beginnen und auch zuende bringen. Doch schon während dieser Lehre gerät er an Drogen und beginnt zu dealen. Ein Leben als braver Arbeitnehmer kann er sich nicht vorstellen und träumt davon, durch Verbrechen reich zu werden und sich ins Ausland abzusetzen. Während einem Einbruch in einen Kiosk – vor allem um den Drogenkonsum zu finanzieren – geschieht es, was er sein Leben lang bedauert: Er tötet die Inhaberin. 

Im Gefängnis – „Santa Fu“ in Hamburg – lernt er Fee kennen, die ihn mit einem Freund besucht. Über die Jahre werden sie ein Paar, und Fee steht zu ihm trotz der schwierigen Situation. Durch seine Körpersprache (morgendliche „Weltmeisterschaft im Böse-Blicken“), durch Drohgebärden, durch Drogendealen und heimliches Schnapsbrennen in der Zelle kann sich Gurkasch unter den Gefangenen eine ganz gute Position erobern, die ihm den Gefängnisalltag erleichtert. Anfang der 90er nimmt er an einem Gefangenenaufstand teil, und ist in seinem Denken noch von einer „Rebellion“ gegen „das System“ geprägt (was auch immer damit gemeint sein mag). Diese sozialkritischen Thesen verbinden Fee und Dieter in ihrem brieflichen Austausch. Einen Ausbruchversuch und viele Jahre guter Führung später landet Gurkasch in Altengamme, einem „Knacki-Paradies“, wie er es nennt. Dort gibt es gelockerte Haftbedingungen und vielfältige sozialtherapeutische Angebote: psychologische Einzel- und Gruppengespräche, Sport, Möglichkeiten zu handwerklicher und künstlerischer Entfaltung – und sogar eine Yoga-Gruppe! Zu der Zeit spricht ihn jedoch Yoga noch nicht besonders an. 

Gurkasch kann sich gut integrieren und wird 1996 nach Verbüßung der Haftstraße mit einer guten Sozialprognose entlassen. Innerlich, schreibt er, habe er jedoch von vornherein nicht den Plan gehabt, ein braver Bürger zu werden, der seine Steuern zahlt und Zahnseide benutzt. Nach außen gab er gerne den Geläuterten, doch innerlich war ihm klar, dass er nach wie vor ins Verbrechen einsteigen will, um auf großem Fuß zu leben und sich irgendwann ins Ausland abzusetzen. So baut er in Freiheit ein organisiertes Verbrecher-Netzwerk auf, mit dem er durch Überfälle und Einbrüche bis zu „20.000 bis 30.000 D-Mark“ im Monat macht. Eines Tages eskaliert die Situation in einer Schießerei mit der Polizei. Er wacht nach einer Woche Koma im Krankenhaus auf mit einem Rückendurchschuss zwischen Herz und Wirbelsäule, jeweils nur einen Zentimeter entfernt. 

Er begreift, dass er ein neues Leben geschenkt bekommen hat. Er erfährt auch, dass er weiterhin den finsteren Typen mimen will, dass aber dieser abgrundtiefe Hass, der ihn jahrelang begleitet hat, einfach nicht mehr da ist – „als hätten sie mir ein Stück vom Herzen mit hinausgeschossen“. Er hat das Leben von vier Polizisten aufs Spiel gesetzt und wird mit 36 Raubüberfällen in Verbindung gebracht. Deshalb wird er zu zwölf weiteren Jahren verurteilt, darüberhinaus mit Sicherungsverwahrung. D.h. es gab kaum eine Chance, dass er jemals nochmal lebend das Gefängnis verlassen würde. 

Die unglaubliche, wunderschöne und romantische Erfahrung, die er dabei machen durfte, war: Fee stand immer noch zu ihm. Völlig bedingungslos schenkte sie ihm ihre Liebe und zeigte ihm, dass sie alles auf sich nehmen würde, nur um ihn lieben zu dürfen und in seinem Herzen zu sein. 

Das ist einer der Faktoren, die seine innere Wandlung bewirken. Der nächste Faktor ist, dass sich mit Fee ein spiritueller Austausch entspinnt. Sie liest viele spirituelle Bücher, die sie ihm empfiehlt. Schließlich ergreift beide ein innerer Aufbruch wie ein Fieber. Sie beschäftigen sich mit indischen Heiligen, christlicher Mystik und Yoga. Schließlich bietet Dieter Gurkasch noch als Gefangener eine Yoga-Gruppe an, die immer mehr Zuspruch findet. Er selber läuft nach Prozessen der Reinigung und Erneuerung als ein dauergrinsender Gute-Laune-Mensch durch das Gefängnis – ein totaler Kontrast zu der sonst üblichen „Weltmeisterschaft im Böse-Blicken“. Gurkasch entwickelt sich zu einem Vorzeige-Häftling, der Yoga-Gruppen anbietet, Kulturveranstaltungen organisiert und die Gefängnis-Bibliothek auf Vordermann bringt. All das kann die Leitung nicht überzeugen: Haftlockerungen oder ein Beenden der Sicherheits-Verwahrung, auch nach dem Gesetzes-Durchbruch Anfang 2011, der sie als verfassungsfeindlich einstuft, werden nicht gewährt. Doch im Herbst 2011 kommt er schließlich frei und beginnt sein neues Leben mit Fee und mit seiner Mission: Yoga in die Gefängnisse zu bringen. 

Dieter Gurkasch schildert seine Geschichte unterhaltsam und selbstironisch, ungeschönt und berührend. Es ist eine Geschichte mit Herz, die es dem Leser trotz seiner Vergangenheit schwierig macht, ihm keine Sympathien entgegen zu bringen. 

Kritikpunkte gibt es für mich wenige, genau zwei, aber ich möchte sie doch äußern: 

Als er in der letzten Phase seiner Haft eine echte innere Wandlung durchmacht, so wird das von der Gefängnisleitung nicht wirklich gewürdigt. Er wird weiterhin als ein Schwerverbrecher behandelt. Längere Treffen mit Fee ohne Bewachung oder darüber hinausgehende Erleichterungen, bis hin zur Freilassung nach dem Kippen der Sicherheitsverwahrung, werden ihm verwehrt. Er beschreibt diese Situation sehr kommentarlos, einfach als ein Bericht. Doch fehlt mir da ein Stück Verständnis für die „Gegenseite“. Er benutzt bei dieser Schilderung das Wort „Blockade“. Vielleicht habe ich in mir doch einen restriktiven Aspekt, aber ich möchte es äußern, auch wenn ich mich damit vielleicht als „Law- and-order“-Mensch oute, als den ich mich eigentlich gar nicht sehe. Aber ist diese „Blockade“ der Gefängnisleitung nicht durchaus nachvollziehbar? – Ein Mensch, der zwölf Jahre zuvor alle sozialtherapeutischen Angebote hatte, die ein Knast je aufbringen kann, darunter auch Yoga. Der sie genutzt und genossen hat, der sich nach außen ein positives Schein-Ich aufgebaut hat, und der dann in der Freiheit nichts Besseres vorhatte, als sich wieder auf die kriminelle Laufbahn zu begeben, durch seine Knast-Kontakte auf einer professionelleren Ebene als jemals. Jemand, dem es wurscht war, dass er durch den Gebrauch seiner Schusswaffe den Tod von vier Polizisten in kauf nahm, auch wenn es nicht dazu kam. Natürlich hätte man 2011 an seiner Ausstrahlung bemerken können, dass diesmal seine Wandlung echt war. Aber warum sollte sich die Gefängnisleitung überhaupt damit befassen? Warum sollte ihm überhaupt noch einmal eine Chance in diesem Leben gewährt werden? Gerade aus einer spirituellen Sichtweise heraus wiegt die Absicht karmisch gesehen annähernd so viel wie die ausgeübte Tat. Seine Absicht war es doch gewesen, die Polizisten aus dem Weg zu räumen, um seine Freiheit zu retten. Darum hatte er sich die Waffen angeschafft. Darum hatte er seine Schusswaffe gezogen, als es die Situation erforderte. Diese Taten waren 2011 schon lange her – aber bei sehr vielen Menschen überwiegt die Überzeugung, dass es Verbrecher gibt, die sich in diesem Leben nicht ändern. Ich selber glaube, dass jeder Mensch sich ändern kann, aber ich kann diese Menschen für diese Überzeugung nicht verurteilen: Ich finde diese Überzeugung sehr verständlich – gerade angesichts der Biographie von Dieter Gurkasch. Er hat die sozialtherapeutischen Bemühungen von Altengamme mit Füßen getreten. Dass das in seinem Leben noch 15 Jahre später nachgewirkt hat, ist doch eigentlich folgerichtig, oder? 

Der zweite Punkt ist, dass er gerne möchte, dass Yoga im Gefängnis als Arbeitszeit betrachtet wird. Die armen Gefangenen müssten sonst ihre geringe Freizeit opfern, wo sie nicht eingeschlossen sind und geraten in einen Konflikt zwischen Gesprächen mit Kumpels, Sport oder irgendwelchen entspannendem Zeitvertreib. Ich verstehe seine Absicht, den Gefangenen den Zugang zum Yoga zu erleichtern. Aber wie ist es denn bei einem Arbeitnehmer draußen? Er muss nicht nur den Yoga-Kurs von seinem Geld bezahlen, er muss genauso seine Freizeit opfern. Er hat natürlich nicht den Zelleneinschluss wie ein Knast-Insasse, aber wenn er nach der Arbeit noch eine Stunde oder länger mit U- und S-Bahn nachhause fahren muss und sich sein Abendbrot selber machen muss, dann bleibt genauso wenig freie Zeit. Er durchlebt die gleichen Konflikte zwischen spirituellem Kursangebot und anderem Zeitvertreib. Warum sollten die Gefangenen luxuriösere Bedingungen haben als jeder normale Arbeitnehmer? Auch hier ist meine Auffassung vielleicht zu restriktiv. Aber wenn der Knast den Menschen sozial therapieren will und auf das Leben „draußen“ vorbereiten will, dann kann doch das Leben im Knast nicht luxuriösere Bedingungen bieten als das Leben draußen! Ansonsten wäre es ja verlockend, eine Straftat zu begehen, um in den Knast zu kommen! Da meldet mich mein Gerechtigkeitssinn! 

Nun kommen wir zu der Interpretation seines Weges, zur Analyse, weshalb diese Verbrecherlaufbahn überhaupt notwendig war im Leben eines Menschen, der nicht nur in einer Wohlstandsgesellschaft aufwuchs, sondern noch dazu in einer Familie, die durchaus an diesem Wohlstand teilhatte und ihm eine stabile Geborgenheit in der Kindheit vermitteln konnte. Die Ansätze, die nach den Ursachen für eine Verbrecherlaufbahn in einer leidvollen Kindheit suchen, versagen offenbar. Was für mich auffällig ist, sind drei Komponenten, die sich zu einem Ersatz-Selbst zusammenfügen, das ihn einen so unheilvollen Weg hat gehen lassen. 

1.)    Ablehnung der „Gesellschaft“ und des „Systems“ 
            (was immer das bedeuten mag) 

2.)    Grundloser Hass auf Alles und Jeden 

3.)    Stolz auf möglichst viele und möglichst üble Straftaten, Phantasien, wie er mit einem Panzer einem Knacki zur Flucht verhilft, Suche nach der Anerkennung bei den Knastbrüdern, nicht bei der Gefängnisleitung, das Basteln an einem Selbstbild als knallharter „Rebell“, der ohne Rücksicht auf Verluste seinen Weg geht. 

Dieses Ersatz-Ich nimmt ihn über Jahre völlig ein. Nicht völlig, nein, immer wieder berichtet er von Reue und von Zweifeln. Aber es behält über Jahre die Oberhand. 

Dass er diesen Weg gehen musste und so viel Energie aufgewendet hat, um an einem völlig destruktiven Konzept zu bauen, das erklärt sich nach meiner Überzeugung einzig und allein durch das spirituelle Vakuum, in dem er aufwuchs und das unsere Gesellschaft in weiten Teilen prägt. Das Lebens-Konzept von dem Arbeitnehmer und Familienvater, der durch Fleiß seine Brötchen verdient, ist an sich einfach zu langweilig, um wirkliche Motivation zu entfachen – zumindest bei denen, die bewusst oder unbewusst an diesem spirituellen Vakuum leiden. Dieter Gurkasch hat wohl die meiste Zeit eher unbewusst an diesem spirituellen Vakuum gelitten, zu einem Sucher wurde er erst durch den Austausch mit Fee, als er die Vierzig bereits überschritten hatte. Warum empfand er die Gesellschaft als so herzlos? – Nicht, weil der Gesellschaft das Herz fehlt, die Mitte, der spirituelle Brennpunkt? Eine technokratische Gesellschaft, die als ihre höchsten Kulte Comedians, Popstars und Fußball pflegt, lässt den sinnsuchenden Jugendlichen im Regen stehen. Sie lädt ihn ein mitzugrölen bei den Comedy-Events, den Popkonzerten und bei den Fußballspielen. Aber es gibt nun einmal viele, die macht das Grölen nicht satt. Innerlich. Innerlich fehlt da was. Hoffnungslos es denen zu erklären, denen es nicht genau so geht. Und da das Herz fehlt, widert einen die ganze Wohlanständigkeit der Gesellschaft inkl. ihren Ordnungshütern und Gefängniswärtern einfach nur an. 

Die beste sozialtherapeutische Umsorgung, inklusive einem Yoga-Kurs, – wie in Altengamme – vermag es zwar, den Menschen äußerlich etwas milder zu stimmen, aber nicht, dieses innere Vakuum aufzufüllen. Hier zeigt sich ein verbreitetes Manko der Yoga-Kultur in der westlichen Gesellschaft: Wenn sie zu einem Entspannung- und Gymnastik-Angebot heruntergestuft wird, dann kann nicht das vermittelt werden, was Yoga eigentlich zu bieten hat: eine neue Sicht der Welt und des Lebens, eine spirituelle Ausrichtung, die den unbewussten Sucher in einen Findenden verwandelt. Vielfach möchten die Anbieter von Yoga ihr Angebot niederschwellig präsentieren, indem sie den philosophischen und den spirituellen Aspekt nur antippen, aber eigentlich außen vor lassen. Man will hipp sein und eine chicke Gymnastik-Kultur etablieren, bei der man nette Leute trifft. Aber das ist es noch nicht. Es bedarf eines Berührtwerdens von Gott, um einen echten inneren Wandel herbeizuführen. 

Besonders berührend an diesem Buch, noch einmal sei es gesagt, ist die Liebesgeschichte zwischen Dieter und Fee. Hier zeigt sich die tiefe Bedeutung der Herzensliebe zwischen Mann und Frau. Sie kann den Menschen zu Gott führen. Wie kann sie da nicht von Gott gewollt sein? 

 

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Lieder, 

die das Herz berühren!

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Veröffentlichungen 

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Sich in der dunklen Jahreszeit mit einem ganzheitlichen Gesundheits- und Erkenntnisweg in Romanform beschäftigen, um neue Impulse für das nächste Jahr mitzunehmen...