Gesunde Lebensweise

Homepage von Sebastian Stranz

Mystisches Christentum

28.06.2014   


-          Was ist „Mystisches Christentum“? 
-          Erlösungsglaube 
-          Heilsverständnis 
-          Lebensweise 
-          Zusammenfassung der Kriterien des mystischen Christentums   


Was ist „Mystisches Christentum“? 

Mystik kommt vom griechischen Wort ‚mystikos‘ = geheimnisvoll. Es geht hierbei jedoch nicht um eine Geheimlehre, sondern um das rechte Verständnis der allen zugänglichen Lehre – DER christlichen Lehre also, die auch in der Bibel enthalten ist. Sie ist nicht nur in der Bibel enthalten und zum rechten Verständnis trägt ein unvoreingenommenes Schriftenstudium bei – ein Studium also das keine Kategorie christlich-spiritueller Literatur ausschließt: weder alte Apokryphen noch Neuoffenbarungen noch Rückführungs-Werke. Der biblische Kanon der Evangelien wurde in dieser Form erst im vierten Jahrhundert nach Christus festgeschrieben und ist für den christlichen Wahrheitssucher nicht bindend. Die Bibel gilt für den christlichen Mystiker nicht als alleinseligmachendes „Heiliges Buch“. Die Heiligsprechung von Büchern (genauso wie die von Menschen) ist für den christlichen Mystiker ein Teil des Mummenschanzes, den die Kirchen um die christliche Lehre herum aufgebaut haben. 

Das mystische Christentum ist also das geheimnisvolle Christentum in dem Sinne, dass es zum rechten Verständnis der christlichen Lehre vordringen will. Es ist das Christentum der Wahrheitssucher und der Sucher nach der Vereinigung mit Gott, nach der „unio mystica“. „Geheimnisvoll“ meint hier also nicht etwas, was vor den Mitmenschen verborgen werden müsste, sondern es meint das Innere, was vor den Mitmenschen deshalb verborgen ist, weil sie nicht danach suchen. Daher könnte man das mystische Christentum auch als das esoterische Christentum bezeichnen. ‚Esoterik‘ meint ja im ursprünglichen Wortsinn die religiösen Strömungen, die nur den Wenigen, dem ‚inneren Kreis‘ zugänglich sind, während die ‚Exoterik‘ die religiösen Strömungen meint, die über den äußeren Mummenschanz sichtbar sind und denen die meisten Menschen nachlaufen. Dabei ist die Exoterik nicht zwingend schlecht oder falsch, es handelt sich hierbei nur um ein oberflächliches Verständnis, um eine Anfängerstufe der Religion. Diese Anfängerstufe der Religion kann allerdings sehr leicht missbraucht werden. Den Gefahren der Irreführung und Manipulation kann nur der Wahrheitssucher entrinnen – der also, der sich bereits auf den Weg zum esoterischen Christentum macht. Der Begriff „Esoterik“ wird heutzutage fast durchgehend falsch verwendet und bezeichnet heute eher eine religiöse Strömung, die oberflächlich, unverbindlich und leicht manipulierbar ist. Daher ist es besser, vom mystischen Christentum zu sprechen, um den Weg der Sucher nach den inneren Wahrheiten zu beschreiben. Die inneren Wahrheiten sind die Wahrheiten, die sowohl nur dem inneren Kreis zugänglich sind, als auch die den inneren Kern der christlichen Lehren ausmachen als auch die nur im Menschen selber erfahren werden können. 

Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ 
Lukas 17,21     


Erlösungsglaube 

Nach dem Glauben der meisten Bibelchristen (der Christen, die sich ausschließlich auf die Bibel beziehen) wird die Erlösertat Jesu auf Golgatha als ein stellvertretendes Sühneopfer gedeutet. Jesus habe durch sein Blut unsere Sünden auf sich genommen und uns von unseren Sünden reingewaschen. Um an dieser Reinwaschung Anteil zu haben, genügt es, daran zu glauben. Das Gottesbild, das dahinter steht, ist offenbar das von einem barbarischen Rachegott, dessen Zorn über unseren Ungehorsam irgendwie durch Leid und Blut gestillt werden müsste. Bzw. müsste das ein Gott sein, der seine fehlerhaften Kinder bis in alle Ewigkeit verdammt und zu keiner Vergebung ohne barbarisches Blutopfer, bzw. rechtzeitiger Bekehrung, fähig ist. 
- Der Schöpfergott wird als ein emotionaler Krüppel dargestellt! 

Es kommt hinzu, dass die vielen Leiden, durch die die Menschheit gehen musste, ja gar nicht mehr nötig gewesen wären, wenn wir von unseren Sünden reingewaschen wären, oder wenn zumindest die „Christen“ es wären. Es scheint jedoch so, dass das Leiden in den Jahrhunderten nach der Erlösertat nicht abnahm, sondern eher zunahm, bis zu dem Jammertal, in dem die Menschheit heute sich befindet. 

Dass sehr viele Menschen mit einer solchen Vaterfigur bzw. mit einem solchen unlogischen Glauben nichts mehr zu tun haben wollen und dem Christentum abschwören, ist sehr verständlich. Sie machen den Fehler, dass sie das Bibelchristentum als das einzige Christentum ansehen, bzw. die Deutung der Bibelchristen als die einzig mögliche. 

Das Mystische Christentum sieht in dem Golgatha-Opfer ein mächtiges energetisches Geschehen, das eine Wende in der spirituellen Menschheitsentwicklung bedeutete. Um das zu verstehen, muss das damit zusammenhängende Weltbild zumindest kurz skizziert werden.

Die Erde ist nicht der einzige bewohnte Planet im All. Dennoch ist die Erde unter den Planeten im All einzigartig, weil sie den Planeten mit der höchsten Verdichtung darstellt. Durch den Fall hat sich ein Teil der Schöpfung von der hohen Schwingungsfrequenz der himmlischen Welten abgelöst. Die Erde ist durch ihre materielle Dichte am weitesten von den Himmeln entfernt. Während im Himmel und in den Zwischenreichen immer nur Gleichgesinnte zusammenkommen, ist die Erde ein Ort, wo alle Bewusstseinsstufen inkarnieren können und einander begegnen können. Der Fall war das Ergebnis eines Aufstands im Himmel, mit dem Ziel, Gottes Schöpfung zu zerstören, um an seine Stelle zu treten. Der göttliche Schöpfungsimpuls beseelt jedes Atom der Schöpfung. Dieser göttliche Schöpfungsimpuls, auch Rechtsdrehung der Elemente genannt, bewirkt eine Weiterentwicklung, bewirkt das Wachstum zu höheren Ebenen. Jedes Geschöpf, genauso wie jedes einzelne Atom, ist wie ein Same, der aufgeht, zu einem Keimling wird, dann zu einem Spross, dann zu einem Baum, der immer mehr Äste entwickelt, dessen Krone immer größer wird, und der schließlich selber Nachkommen schöpft. Das Wachstum ist in jedem Atom der Schöpfung angelegt und führt alles in immer höhere Ebenen der Fülle und des Bewusstseins. Die Gegenkräfte arbeiteten daran durch gezielte Zuwiderhandlung gegen die göttlichen Gesetze, die Rechtsdrehung der Elemente umzudrehen und in eine Linksdrehung umzuwandeln. Dies hätte die Rückwärtsentwicklung durch die Reinkarnationen vom Menschen über das Tier zur Pflanze und irgendwann zum Mineral bedeutet (dies haben indische Seher mit der Reinkarnation des Menschen als Tier gemeint, dazu kam es jedoch in keinem einzigen Fall). In der allerletzten Konsequenz hätte sich die Schöpfung aufgelöst. Um das Jahr Null herum war die Schöpfung auf einem Tiefstand, der kurz vor dem Kippen von der Rechtsdrehung in die Linksdrehung stand. Der inkarnierte Christus war als Mitregent der Himmel ein Träger eines Drittels der Schöpferkraft. Dieses Drittel wurde durch die Erlösertat ausgelöst und ist seitdem als Erlöserfunke in jeder Seele – und sogar jedem Atom – vorhanden. Der Erlöserfunke verhindert das Kippen in die Linksdrehung und die Auflösung der Schöpfung und garantiert, dass jede einzelne Seele wieder zu ihrer wahren Heimat – der hohen Schwingungsebene der himmlischen Welten – zurückfinden wird. Der Erlöserfunke ist ein Teil der Himmel, den wir in der Tiefe unserer eigenen Seele tragen. Dadurch werden wir von den Himmeln magnetisch angezogen und können gar nicht anders als zurückzukehren. Nur die Dauer unseres Weges bestimmen wir durch unseren Lebenswandel selbst. Eine ewige Verdammnis im Sinne von ewig schmorendem Höllenfeuer hätte es auch ohne die Erlösertat nicht gegeben. Es hätte nur eine Auflösung der Schöpfung stattgefunden, eine Rückkehr in das Ungestaltete. Deshalb war das Heilsziel des Buddhismus - der vor der Erlösertat entstanden ist - das Nirvana. Die einzelne Seele, die sich auflöst und in das Ungestaltete zurückkehrt, sollte das Nirvana bewusst erfahren und nicht in den Schlaf zurückkehren, aus dem sie gekommen ist. Seit der Erlösertat auf Golgatha ist das Heilsziel durch die Dreifaltigkeit dargestellt, das Heilsziel umfasst drei Ebenen: Vater, Sohn und Heiliger Geist: 


-          Die Begegnung mit dem Schöpfergott als persönliche Manifestation der Unendlichkeit, als erstem gestalteten Wesen, das uns nach seinem Ebenbild erschaffen hat (mit seinen verschiedenen Namen: Jahwe, Ishvara, Brahman, Allah, Manitou...). 


-          Die Entfaltung des Gotteskindes in uns, des inneren Christus. Jesus hat durch sein Erdenleben diesen Weg der Entfaltung vorgelebt und ist als erstgeborener Sohn sowohl das Vorbild als auch "der kosmische Mensch": Wir sind wie Zellen an Seinem Leibe, bzw. wir werden zu diesen Zellen durch die Entfaltung des inneren Christus (im Hinduismus Krishna). 


-          Der Heilige Geist bezeichnet die ungestaltete Dimension Gottes, also die Ebene, die im Buddhismus als Nirvana bezeichnet wird, im Advaita als Universelles Selbst (im Hinduismus Atman). 


Im Gegensatz zu Buddhismus und Advaita sieht das Mystische Christentum das Heilsziel in der Dreifaltigkeit, bzw. im ewigen Leben als Bewohner der himmlischen Schöpfung. Der christliche Mystiker verteufelt keine anderen Wege, sondern sieht Aspekte der Wahrheit in allen Religionen. Daher kann er auch die Dreifaltigkeit in den Überlieferungen anderer Religionen wiederentdecken. Es gibt noch einen wichtigen Unterschied, der herausgehoben werden muss: Das Karmaverständnis von Buddhismus und Advaita ist die Sichtweise von einem mechanisch arbeitendem Uhrwerk, in dem für alle Verfehlungen 1:1 bezahlt werden muss. Hier kommt im Christentum das Konzept der Vergebung hinzu: Wenn der reuige Sünder von dem, dem er geschadet hat, Vergebung erlangt und beide sich von Liebe ergriffen in den Armen liegen, dann kann durch die Ströme ihrer Tränen sehr viel Karma aufgelöst werden. Es muss nicht alles 1:1 beglichen werden. Der Weg der Reinigung kann dann um sehr Vieles abgekürzt werden, wenn die Reue echt ist.   


Das Erlösungsverständnis im mystischen Christentum geht davon aus, dass die Entwicklung der gefallenen Schöpfung bis Golgatha eine Abwärtsentwicklung war und seitdem eine Aufwärtsentwicklung ist. Das ist vielleicht schwer nachzuvollziehen, weil der äußere Anschein der Menschheitsgeschichte sich gerade in den letzten Jahrhunderten sehr negativ darstellt. Es ist jedoch zu bedenken, dass es bei dieser Bewertung um die Gesamtheit der gefallenen Schöpfung geht, also um den Schwingungszustand der verkörperten und der entkörperten Seelen in der Summe. Um es anders auszudrücken und es damit greifbarer zu machen: Die Menschheitsgeschichte, die wir vordergründig kennen, ist hauptsächlich eine Geschichte von Kriegen und Eroberungen, von Intrigen und Gemeinheit, von Machtgier und barbarischen Grausamkeiten. Die vielen Impulse und Entwicklungen aber, die von Liebe und Gemeinsinn geprägt waren, finden nicht so oft und längst nicht so vordergründig Einzug in die Geschichtsbücher. Die zwischenmenschliche Fürsorge über Jahrhunderte, die sich auch mitten in einem Krieg entfalten kann, hat eine Energie genährt, die die Schwingungsebene der Menschheit immer mehr gesteigert und gehoben hat. Wir befinden uns auf einem Level der konstruktiven Kooperation, auf dem wir in der Summe zuletzt 2000 VOR Christus gestanden haben.     


Heilsverständnis 

Der ursprüngliche Schöpfungsimpuls des unbegrenzten Wachstums schien gefährdet, ist jedoch seit der Erlösertat auf Golgatha für alle Ewigkeit gesichert. Für den christlichen Mystiker steckt darin eine große, unfassbare Verheißung: Unser aller Ziel ist die endlose Steigerung des Bewusstseins und der Fülle. Dieser Wachstumsweg ist unbegrenzt. Er wird auch nicht durch die Dauer dieses Erdenlebens begrenzt, sondern setzt sich auch auf dem Weg des Geistkindes in den geistigen Welten fort. Dieser wunderbare Weg bedeutet eine immer größere Vernetzung mit dem Kosmos, eine immer größere Verbrüderung mit der ganzen Menschheit, mit allen geschaffenen Wesen, ob Tier, ob Mensch, ob gefallene oder aufgestiegene Seele in den geistigen Welten. In diesem Heilsverständnis geht es also nicht allein um das Ziel einer Erleuchtung. Der spirituelle Prozess wird mit der Erkenntnis der ungestalteten Ebene des Göttlichen nicht abgeschlossen sein, denn er bedeutet das unendliche Wachstum des gestalteten Wesens. Das Wunderbare dieser Perspektive liegt darin, dass durch diese größere Schau, in die diese eine jetztige Inkarnation eingebettet ist, unsere Sicht von uns als vereinzeltem benachteiligtem Wesen völlig verblasst: Wenn wir doch alle Kinder der Fülle sind, worin sollte dann noch eine Benachteiligung bestehen? - Das heißt, dass in jedem Fall unsere Situation als Mensch uns für unsere spirituelle Entwicklung nur zum Vorteil gereichen kann: 

-          Wir haben einen behinderten Körper?            

So haben wir die wunderbare Chance uns sehr viel schneller von unserem Körper-Ego zu lösen als unsere Mitmenschen! 

-          Wir sind arm?            

So haben wir die wunderbare Chance, uns sehr viel schneller von unserem Geld-Ego zu lösen als unsere Mitmenschen! 

-          Wir haben unsere Jugend mit äußeren Dingen vergeudet?             

So haben wir die wunderbare Chance, uns sehr viel gründlicher von unserem Jugend-Ego zu lösen als unsere Mitmenschen! 

-          Wir haben es versäumt, unsere Jugend mit äußeren Dingen zu vergeuden?           

So haben wir ebenfalls die wunderbare Chance, uns sehr viel gründlicher            von unserem Jugend-Ego zu lösen als unsere Mitmenschen! 


Es gibt kein äußeres Handicap, das unserem spirituellen Wachstum im Wege sein könnte. Alles, was uns von diesem unbegrenzten Wachstum, von diesem Weg in die unbegrenzte Fülle abhalten kann, sind nur die vielfältigen Formen unseres menschlichen Egos. So verwendet wohl fast jeder Mensch ein paar Jahrzehnte seines Lebens, um von einem „falschen Selbst“ gesteuert zu werden: 

-          dem Ego, der Stärkste zu sein, 

-          dem Ego, im Äußeren erfolgreich sein zu müssen, 

-          dem Macht-Ego, 

-          dem Ruhm-Ego. 


Wir müssen unser äußeres Ego erkennen und dann ablegen. Wie lange das dauert, hängt alleine davon ab, wie sehr wir noch an unserem Ego klammern oder ob wir bereit sind loszulassen. Gott lässt uns den freien Willen. Was bleibt vom Menschen, wenn er reingewaschen ist von seinen vielen Egos? Was ist das „wahre Selbst“ des Menschen, im Sinne von: Was ist seine wahre Identität als gestaltetes Wesen? Die wahre Identität des Menschen ist das freudige und einfache Kind Gottes. Was sind die wichtigsten Merkmale des freudigen Gotteskindes?: Seva, Bhakti und Ahimsa (beschrieben in dem gleichnamigen Buch). 

-          Seva:              Das Kind Gottes lebt in der Haltung des Dienens für seinen Nächsten. 

-          Bhakti:              Das Kind Gottes lebt in der Haltung der Hingabe an seinen Schöpfer. 

-          Ahimsa:              Das Kind Gottes lebt in der Haltung der Gewaltlosigkeit. 


Seva, Bhakti und Ahimsa sind der Weg zur Erlangung des wahren Lebenserfolges, das im spirituellen Wachstum besteht. Wenn das Ego abgelegt ist, können die Unzulänglichkeiten, Leiden und Entbehrungen des Erdendaseins die Seele nicht mehr erschüttern: Sie geht bereits ihren himmlischen Wachstumsweg, auch wenn sie noch in der Materie ist.       


Lebensweise 

Der christliche Mystiker glaubt nicht an eine Erlösung durch den Glauben an ein stellvertretendes Folteropfer. Der christliche Mystiker glaubt an eine Erlösung durch das Finden in die göttlichen Gesetzmäßigkeiten. Unsere ungöttliche Lebensweise ist Ausdruck des uns jeweils beherrschenden falschen Selbst. Das Finden in die göttliche Lebensweise ist gleichzeitig das Finden zu unserem wahren Selbst, dem reinen Gotteskind. Einfacher gesagt: Christliches Leben heißt ein rechtes TUN, ein Befolgen der Gebote. Das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten“ bezieht sich für den christlichen Mystiker auch auf die Tiere. Somit ist eine vegetarische – und in der weiteren Entwicklung vegane – Lebensweise die Konsequenz (soweit es im jeweiligen Umfeld umzusetzen ist). Vielfach argumentieren die Fleischbefürworter so, der Mensch habe ja „schon immer“ Fleisch gegessen, unsere Vorfahren seien Jäger gewesen, deshalb sei der Mensch an diese Nahrung angepasst. Es ist schon merkwürdig, wie manche Menschen für sich in Anspruch nehmen, in dieses „Immer“ hineinschauen zu können und darüber gesicherte Auskunft geben zu können. Die Wissenschaft, auf die sie sich berufen, liefert jedoch keineswegs gesicherte Informationen über die Herkunft der Menschheit, lediglich Indizien, die verschieden interpretiert werden können. Der christliche Mystiker kann auch sein Weltbild nicht beweisen, aber er gibt es wenigstens zu, und behauptet lediglich, er wolle im Einklang mit seinem Weltbild handeln, so wie der Fleischesser auch. Das Weltbild des Fleischessers wird allerdings im gesellschaftlichen Konsens als Wissenschaft gehandelt, das des christlichen Vegetariers als Spinnerei und bestenfalls noch als sein persönlicher Glaube. Es ist jedoch nicht so, dass nur die eine Sichtweise möglich ist: Der Mensch käme ‚von unten‘, aus der Materie. Die andere Sichtweise macht genauso viel Sinn und kann ebensoviele Indizien für sich beanspruchen: Der Mensch käme ‚von oben‘, aus dem Geist. Und wenn der Mensch ‚von oben‘ kommt, so ist sein wahres Wesen nicht raubtierhaft, sondern ein friedvolles Wesen mit einer ethischen Gesinnung, die nichts anderes möchte als das Wohl aller Lebewesen. Die vegetarische Lebensweise ist ein Ausdruck davon. Mystisches Christentum bedeutet außerdem eine Hinwendung zu Gebet und Meditation. Das ist völlig unabhängig von einem Besuch gemeinschaftlicher Gottesdienste, in welcher Form auch immer. Das veräußerlichte Christentum sieht den Besuch der Gottesdienste als primäres Merkmal an und Gebet und Meditation lediglich als sekundäre Extras, die der individuellen Freizeitgestaltung des Einzelnen obliegen. Das mystische Christentum sieht es umgekehrt: Gebet und Meditation sind die unabdingbaren Begleiter auf dem christlichen Weg, der Besuch gemeinschaftlicher Gottesdienste sind ein sekundäres Extra, das sicherlich sehr, sehr erbauend und hilfreich sein kann, das aber nicht unentbehrlich oder entscheidend ist. Entscheidend ist die Kraft der alltäglichen selbständigen Praxis. Eine Anleitung zur christlichen Meditation in „Jahwes Ebenbild“.     


Zusammenfassung der Kriterien des mystischen Christentums 

-          Heilig ist Gott allein, keine Schriften oder Menschen. 

-          Die Quellen der christlichen Botschaft sind vielfältig und beschränken sich nicht auf den biblischen Schriftenkanon. 

-          Es gibt keine ewige Verdammnis, deshalb auch keine ewig Verdammten. 

-          Daher wird in jedem Menschen das Kind Gottes gesehen, das wieder zum Guten zurückfinden wird, egal, wie tief es gefallen sein mag. 

-          Christus brachte uns durch sein Golgatha-Opfer nicht eine blutige Sündenbezahlung, sondern den Erlöserfunken, der jeden Menschen wieder zum Himmelreich zurückführen wird. 

-          Karma und Reinkarnation sind universelle spirituelle Wahrheiten, im Christentum lediglich ergänzt durch das Konzept der Vergebung. 

-          Christliche Mystik beschränkt sich nicht auf den Glauben, sondern ist der gelebte Glaube – der Glaube, der zur Tat wird. 

-          Seva, Bhakti und Ahimsa – Dienen, Hingabe und Gewaltlosigkeit. Diese Grundeigenschaften, die der Wanderer auf dem spirituellen Weg verwirklicht, beinhalten Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Gebet zum Schöpfergott, Vegetarismus, Toleranz und Friedfertigkeit.

   

 

 

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 Christliches Yoga

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